CO₂-SPEICHERUNG IM MUSCHELKALK
Die Möglichkeit zur CO₂-Speicherung im Schweizer Untergrund wird derzeit in einem wissenschaftlichen Projekt (CITru) unter der Leitung der ETH Zürich untersucht. In einer Erkundungsphase werden der geologische Aufbau, mögliche Risiken, Kosten und rechtliche Rahmenbedingungen geprüft. Wenn sich die Machbarkeit bestätigt, könnte anschliessend eine erste CO₂-Versuchsinjektion erfolgen.
Der Standort Trüllikon im Kanton Zürich wurde gewählt, weil dort ein stillgelegtes Bohrloch aus früheren Untersuchungen der Nagra (Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle) vorhanden ist, das in gutem Zustand ist und geologisch ideale Voraussetzungen bietet: Eine durchlässige Gesteinsschicht (Oberer Muschelkalk), die CO₂ aufnehmen kann, wird von mehreren, undurchlässigen Tonschichten wie dem Opalinuston überlagert, die ein Aufsteigen des CO₂ verhindern.
Der aktuelle Stand der Untersuchungen im Rahmen von CITru lässt sich auf der Webseite des Projekts abrufen.
SPEZIELLE DANKSAGUNG
Wir bedanken uns herzlich bei(m):- Dr. Gaudenz Deplazes sowie Beat Stefani von der Nagra für die kostenlose Leihgabe der Bohrkerne «Muschelkalk» und «Anhydrit» aus dem Bohrloch TRU-1 in Trüllikon sowie die beratende Unterstützung und die Hilfe beim Transport.
- Dr. Michèle Marti, Simone Zaugg und Stefanie Zeller vom Schweizerischen Erdbebendienst für die kostenlose Zurverfügungstellung und Anpassungen der Grafiken sowie die inhaltliche Beratung.
- Dr. Iwan Stössel von den Erdwissenschaftlichen Sammlungen an der ETH Zürich für die kostenlose Beschaffung und Bereitstellung des Muschelkalk-Handstücks sowie seinen beratenden Input.
- Dr. Alba Zappone vom Institut für Geophysik am Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH Zürich, Dr. David Jaeggi und Dr. Martin Ziegler vom Bundesamt für Landestopografie swisstopo sowie Dr. Antonio Rinaldi und Prescelli Annan vom Schweizerischen Erdbebendienst für die kostenlose Beschaffung, Aufbereitung und den Transport des Bohrkerns «Opalinuston» aus dem Mont Terri Felslabor.
- Dr. Adrian Gilli, Remy Lüchinger und Léon Frey vom Departement Erd- und Planetenwissenschaften der ETH Zürich für ihre Unterstützung beim Zuschneiden und Aufbereiten des Muschelkalk-Handstücks.
REFERENZEN
- Chevalier, G., Diamond, L.W., Leu, W. (2010). Potential for deep geological sequestration of CO₂ in Switzerland: a first appraisal. Swiss Journal of Geosciences, 103, 427–455. https://doi.org/10.1007/s00015-010-0030-4
- Diamond, L. W., Alt-Epping, P., Brett, A.C., Aschwanden, L. and Wanner, C. (2023) Geochemical–hydrogeological study of a proposed CO₂ injection pilot at Trüllikon, Switzerland. Report 2023-7 submitted to the Swiss Geological Survey (swisstopo). Rock Water Interaction, University of Bern, 87 pp. https://doi.org/10.5281/zenodo.10938102
- Martin, A., Becattini, V., Marieni, C. et al. Potential and challenges of underground CO₂ storage via in-situ mineralization in Switzerland. Swiss Journal of Geosciences, 118, 1 (2025). https://doi.org/10.1186/s00015-024-00473-4