«One Health»:
Wie unsere Gesundheit von der Natur abhängt
Die Sesshaftigkeit markiert einen Wendepunkt in der Beziehung des Menschen zur Natur: Er entfernt sich zunehmend von ihr und verändert die Erdsysteme immer stärker – durch Verschmutzung, CO₂-Ausstoss und die Schädigung von Lebensräumen. Dies hat schwerwiegende Folgen für die Ökosysteme, das Klima und unsere Gesundheit. Denn unsere Gesundheit hängt direkt von einer gesunden Umwelt ab: Wollen wir gesund bleiben, müssen Tiere, Pflanzen, Ökosysteme und das Klima gesund sein («One Health»).

Die Grafik zeigt die komplexen Zusammenhänge der Abkopplung von der Natur durch menschliche Aktivitäten, die den Klimawandel antreiben. Links sind Ursachen wie Landnutzungsänderungen, Verschmutzung und steigende Treibhausgase dargestellt. In der Mitte folgen die beeinflussten Erdsysteme mit Extremwetterereignissen wie Stürmen, Hitzewellen, Dürren, Waldbränden und Artenverlust. Rechts werden Folgen für Natur, Versorgungssicherheit, Gesundheit und Gesellschaft aufgezeigt, darunter zerstörte Infrastruktur, Krankheiten, Migration, wirtschaftliche Schäden und psychische Belastungen. Ein roter Pfeil am unteren Rand symbolisiert die Abnahme der Lebensqualität und Ressourcen bis hin zum Verlust der Lebensgrundlage.
WER IST BESONDERS BETROFFEN – UND WARUM?
Wie stark unsere Gesundheit und die der Gesellschaft durch Eingriffe in die Natur Schaden nimmt, hängt vom Ausmass der Umweltzerstörung ab und von einer Vielzahl sozialer, gesundheitlicher und politischer Faktoren.
Gesundheitliche Voraussetzungen, mentale Stärke und bestehende Beeinträchtigungen beeinflussen neben Alter, Wohnort und der Möglichkeit, sich an veränderte Bedingungen anzupassen, wie gut jemand mit einer Krise umgehen kann. Der Zugang zu verlässlichen Informationen und Hilfsleistungen ist dabei nicht für alle gleich. Soziale Ungleichheiten – etwa durch Armut, Bildungsstand, Geschlecht, Herkunft oder als Folge von Rassismus und Kolonialismus – verstärken die Auswirkungen zusätzlich. Entscheidend ist auch der politische Wille: Frühwarnsysteme und staatliche Massnahmen können schützen – oder Lücken lassen.
Hinzu kommt der gesellschaftliche Umgang mit Fehlinformationen und Verschwörungsmythen: Wen vertraut welchen Quellen? Wer wird gehört – und wer nicht?
Kulturelle Werte, der Umgang mit Risiken und Natur, gesellschaftlicher Zusammenhalt und Inklusion prägen schliesslich, wie solidarisch Gemeinschaften handeln – und wie gut sie Krisen bewältigen.