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Dein Handabdruck gegen unseren Fussabdruck

Wir wissen um unseren grossen CO₂-Fussabdruck, die Umwelt- und Klimakrise und die globalen Ungleichheiten. Trotzdem führt dieses Wissen oft nicht zu einem nachhaltigeren Verhalten. Viele von uns haben das Gefühl, mit Verhaltensänderungen nur wenig bewirken können – denn die vielen negativen Botschaften lähmen oft mehr, als
zu motivieren.

Hier kommt der CO₂-Handabdruck ins Spiel. Er zeigt, was wir bereits bewirken und worauf wir stolz sein können. Unsere kleinen und grossen CO₂-Geschichten sind Beispiele dafür, wie aus Handlungen Handabdrücke werden, die ihr Umfeld inspirieren und Veränderungen anstossen. Sie sollen Mut und Lust machen, selbst Hand anzulegen.

Die Würfel sind noch nicht gefallen – bewege sie!

Tim Eglinton, Biogeowissenschafter
Professor Emeritus, D-EAPS, ETH Zürich

Vom Erdöl zum Klima

Tim Eglinton, Biogeowissenschafter
Professor Emeritus, D-EAPS, ETH Zürich

«Ironischerweise begann ich meine Karriere mit der Frage, wie Öl entsteht, als ich im Labor Sedimentgestein ‹kochte›. Dies führte mich zum Kohlenstoffkreislauf und dazu, die komplexen Wechselwirkungen von Kohlenstoff in der Umwelt zu erforschen, insbesondere wie er sich durch Ökosysteme bewegt und unser Klima beeinflusst.

Im Laufe meiner Jahre an verschiedenen Universitäten und der ETH Zürich hatte ich das Privileg, viele Forschende für die Verletzlichkeit unserer Umwelt zu sensibilisieren. Zum Abschluss meiner wissenschaftlichen Laufbahn freue ich mich, unsere
Erkenntnisse mit dieser Ausstellung weiterzugeben und zur Diskussion über eine nachhaltige Zukunft beizutragen.

‹KEEP IT CO₂OL› lädt die Besuchenden dazu ein, die Bedeutung von CO₂ für unseren Planeten zu entdecken und zu begreifen, was wirklich auf dem Spiel steht. Ich hoffe, dass dies uns alle dazu inspiriert, aktiv zu werden.»

Probenentnahme in Island. Foto: T. Eglinton / ETH Zürich

KlimaSeniorinnen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg. Foto: Miriam Künzli

Rosmarie Wydler-Wälti, Aktivistin
Co-Präsidentin KlimaSeniorinnen Schweiz

Klimaschutz als Menschenrecht

Rosmarie Wydler-Wälti, Aktivistin
Co-Präsidentin KlimaSeniorinnen Schweiz

«Heute muss ich sagen: Das Co-Präsidium der KlimaSeniorinnen ist mir wie in den Schoss gefallen! Es ist zu meinem Herzensanliegen geworden. Ich kann hier meine aktivistische Seite einbringen und ganz viele Menschen ermutigen und inspirieren – und mit unserer Klage gegen den Bundesrat etwas bewegen.

Seit ich weiss, wie dringend es für uns alle ist, die Klimakrise aufzuhalten, halte ich Reden und Vorträge (was ich mich früher nie getraut hätte) und ich nehme an jeder Klimademo teil. Ich will Verantwortung übernehmen und mich einsetzen für die Enkel:innen-Generation und für die Menschen im globalen Süden.

2024 haben wir mit unserer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen maximalen Erfolg erzielt: Der Klimaschutz wurde als Menschenrecht anerkannt. Da die Schweiz dieses Urteil bisher nicht umsetzen will, kämpfen wir weiter – im Vertrauen darauf, dass der Ministerrat des Europarates unsere Politiker:innen zum Handeln bewegen wird.»

Karin Rey & Maja Haus
Autorinnen Wanderführer CLOSEBY, Rotpunktverlag

Nah ist das neue Fern

Karin Rey & Maja Haus
Autorinnen Wanderführer CLOSEBY, Rotpunktverlag

«Reisen – ein Wort, das in uns allen etwas auslöst. Versuche es auseinanderzunehmen: Was ist Reisen für dich? Aus welchen
Elementen besteht es? Welche Sehnsüchte trägst du in dir? Worauf freust du dich im Vorfeld einer Reise?

Solche Fragen trieben uns jahrelang um. Es nervte uns, dass die mächtige Reiseindustrie sich mit Plakaten und Werbeclips direkt an unsere Sehnsüchte wendet und uns glauben lässt, es sei nur dann richtiges Reisen, wenn man richtig weit weg geht. Wir finden: Eine richtige Reise, ein einzigartiges Abenteuer mit neuen Eindrücken und überwältigenden Ausblicken kann man in nächster Nähe finden. In unserem Wanderbuch ‹closeby› präsentieren wir 15 Wanderungen an Orte in der Schweiz, die aussehen, als wären sie ganz weit weg.

Wir zeigen, wie viel CO₂ nicht ausgestossen wird, wenn man zum Beispiel nicht zum Horseshoe Bend in den USA fliegt, sondern dafür die Ruinaulta in Graubünden besucht.»

Ruinaulta in Graubünden. Foto: Adobe Stock

Impact Day Gymnasium Friedberg, St. Gallen. Foto: MYBLUEPLANET

Nadine Stähli, Projektleiterin
Programm Klimaschule myblueplanet

Nachhaltig lernen, Zukunft gestalten

Nadine Stähli, Projektleiterin
Programm Klimaschule myblueplanet

«Nach meinem Masterabschluss in Umweltnaturwissenschaften an der ETH Zürich trat ich im Sommer 2021 als Projektleiterin der Klimaschule bei. In dieser Rolle bin ich für die operative Umsetzung des Programms an unseren Partnerschulen verantwortlich.

Gemeinsam mit den Schulen organisiere ich gesamtschulische Aktionstage und unterstütze die langfristige Integration von Nachhaltigkeit in die Schulstrukturen. Ein besonderes Highlight unseres Programms ist der Impact Day Solarenergie, an dem wir gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern eine Solaranlage auf dem Schuldach installieren. So wird das Thema erneuerbare Energien erlebbar und die Schule leistet einen aktiven Beitrag zur Verminderung ihres CO₂-Fussabdrucks.

Mein Ziel ist eine praxisnahe und erlebnisorientierte Umweltbildung, die Handlungsräume eröffnet und junge Menschen dazu befähigt, bewusste Entscheidungen zu treffen und Verantwortung für eine nachhaltige Zukunft zu übernehmen.»

Fabian Zemp, Nachhaltigkeitsbeauftragter
Projektkoordinator Nachhaltigkeit Lucerne Festival

Nachhaltigkeit eine Bühne geben

Fabian Zemp, Nachhaltigkeitsbeauftragter
Projektkoordinator Nachhaltigkeit Lucerne Festival

«Seit 2022 erheben wir jährlich unseren CO₂e-Fussabdruck und evaluieren darauf basierend unsere getroffenen Massnahmen.

Wir setzen uns konkrete Ziele, um auch als international ausgerichtetes Festival direkt Verantwortung zu übernehmen und indirekt zu versuchen, andere Institutionen und (Gast-)Orchester zu inspirieren. Dies mit Erfolg: Der Gesamtfussabdruck hat von 2022 bis 2024 um 15 % abgenommen – auch weil wir vermehrt Orchester und Solist:innen einladen, die bereits auf Europatournee sind und nicht extra von weit her anreisen müssen. Parallel dazu führen wir Sensibilisierungsaktionen mit regionalen Umwelt- und Naturschutzpartnern wie BirdLife Luzern oder Pro Natura Luzern durch, indem wir ihnen z.B. eine Bühne für Pop-Up Konzerte geben.

Unser Ziel ist es, mit konkreten Massnahmen und offener Kommunikation Naturschutz stärker auf die Agenda der Kulturbranche zu setzen und dadurch weitere Entwicklungen anzustossen.»

Pop-Up Konzert «Spiel für Vögel» in Zusammenarbeit mit BirdLife Luzern. Foto: Priska Ketterer / Lucerne Festival

Mit dem CO₂-Rechner in der Profiküche. Foto: Eaternity

Manuel Klarmann, Unternehmer
Gründer und CEO, Eaternity

Klima-Score für Lebensmittel

Manuel Klarmann, Unternehmer
Gründer und CEO, Eaternity

«Meine Geschichte zeigt: Jeder Handabdruck zählt! Gemeinsam mit Judith Ellens gründete ich Eaternity, um die Klimawirkung unserer Ernährung sichtbar zu machen.

Unsere Software hilft Restaurants, den CO₂-Fussabdruck ihrer Gerichte zu berechnen und klimafreundliche Menüs zu gestalten. Denn Essen verursacht rund ein Drittel der globalen Emissionen. Mit der Wahl unserer Mahlzeiten haben wir die Chance, diese Emissionen um bis zu 50 % zu senken. Unser Team hat bereits Millionen Rezepte analysiert und über 1000 Restaurants beim Umstieg begleitet. Mit jedem Menü, das besser für das Klima ist, machen wir gemeinsam einen Unterschied.

Ich wünsche mir eine Welt, in der CO₂-Werte genauso selbstverständlich angegeben werden wie Preise – damit nachhaltiger Konsum zur neuen Normalität wird.»

Markus Schwegler, Landwirt
Betriebsleiter NaturGut Katzhof

Gesunder Boden, gesundes Klima

Markus Schwegler, Landwirt
Betriebsleiter NaturGut Katzhof

«Das NaturGut Katzhof steht für eine naturnahe Landwirtschaft. Wir stärken ein intaktes Ökosystem. Es ist die Grundlage für eine widerstands- und zukunftsfähige Lebensmittelproduktion.

Entscheidend dafür sind zwei Dinge: ein gesunder Boden und ein intakter Wasserkreislauf – und Humus ist der Schlüssel dazu. Er ist eine bedeutende Kohlenstoffsenke, speichert grosse Mengen Wasser und ermöglicht reichhaltige Ernten. Um den natürlichen Wasserkreislauf zu stärken, setzen wir auf ein ganzheitliches Wassermanagementsystem. Dabei wird Regenwasser in Gräben entlang von Höhenlinien gesammelt, damit es nicht ungenutzt abfliesst. Ergänzend dazu betreiben wir ein Agroforstsystem – also Landwirtschaft kombiniert mit Bäumen und Sträuchern auf derselben Fläche. Das unterstützt den Wasserkreislauf und das Mikroklima an unserem Ort und bringt gleichzeitig eine grosse Vielfalt an Lebensmitteln hervor.

Kreative Agrarkultur für ein gesundes Ökosystem und ein gesundes Klima!»

Im Katzhof werden Bewässerungsgräben entlang der Höhenlinien angelegt, um Niederschläge zu sammeln (Keyline-Design). Foto: Thomas Alföldi / FiBL

Expedition to Net Zero. Foto: Gianfranco Guidati/ ETH Zürich

Claudia Zingerli, Geografin
Leiterin ETH Sustainability, ETH Netto-Null

CO₂-Daten als Entscheidungshilfe

Claudia Zingerli, Geografin
Leiterin ETH Sustainability, ETH Netto-Null

«Vorreiterin der Nachhaltigkeit und Dekarbonisierung zu sein, erfordert unangenehme Wahrheiten aufzudecken und messbare Fortschritte auszuweisen. Mit dem ‹ETH Netto-Null Programm 2024–2030› berechnen wir unseren Fussabdruck immer präziser, berichten transparent und setzen wirkungsvolle Massnahmen um.

Für die Berechnung der ETH-Treibhausgasbilanz verwenden wir wissenschaftlich hergeleitete Emissionsfaktoren. So können wir Werte wie Kilowattstunden verbrauchter Strom, Kubikmeter verbauter Beton, Kilogramm gegessene Apérohäppchen oder auf Dienstreisen zurückgelegte Kilometer zuverlässig in CO₂-Äquivalente umrechnen.

Dieses Wissen hilft uns, informierte Entscheidungen zu Projekten und Investitionen zu treffen, bei denen Emissionen und Nebeneffekte berücksichtigen werden. Schliesslich geht es darum, welche Prioritäten wir als Einzelne und als Gesellschaft heute setzen – für ein zukunftsfähiges Morgen.»

Dieter Marmet, Ökonom
Gründer Sustainable Harvest Switzerland

Kleine Ursache – grosse Wirkung

Dieter Marmet, Ökonom
Gründer Sustainable Harvest Switzerland

«1997 lernte ich in Panama Florence (Flo) Reed kennen. Sie betreute damals als Verantwortliche für Lateinamerika lokale Umweltprojekte, die verarmten Kleinbauernfamilien Alternativen zur Brandrodung aufzeigten, damit sie kein neues Land erschliessen und umsiedeln mussten. Flo klagte über fehlende Finanzmittel von der Organisation, für die sie tätig war.

Zurück in der Schweiz sammelte ich Geld. Aus meiner kleinen Spende für zwei Mitarbeitenden-Töffs wurde das Startkapital für Flos eigene NGO Sustainable Harvest International (SHI), die ich mit einer Schweizer Stiftung weiterhin unterstütze. Die Organisation hat mittlerweile mit über 4 000 Kleinbauernfamilien zusammengearbeitet, die Lebensumstände in kargen Dörfern verbessert, ihr Land mit mehr als 5 Millionen Bäumen wiederbegrünt und wieder fruchtbar gemacht und so viele Brandrodungen verhindert. Mit 40 Mitarbeitenden und Hunderten von lokalen Freiwilligen hat sich SHI als Netzwerk für regenerative Landwirtschaft in Mittelamerika etabliert.

Toll, wenn eine kleine Geste zum richtigen Zeitpunkt so Grosses bewirken kann!»

Flo Reed in Mittelamerika. Foto: Sustainable Harvest International

Jung und Alt beim Reparieren. Foto: R. Huber / Reparaturia

Kurt, Rolf, Toni, Gertraud und Martin
Gründungsteam Reparaturia Oerlikon

Reparieren statt wegwerfen

Kurt, Rolf, Toni, Gertraud und Martin
Gründungsteam Reparaturia Oerlikon

«Das Repair-Café ‹Reparaturia› wurde 2021 als gemeinnütziger, politisch unabhängiger Verein gegründet und ist Mitglied der Repair-Cafés Schweiz. Wir fünf ehrenamtlichen Reparaturprofis engagieren uns jeden Mittwochnachmittag in der offenen Werkstatt – finanziert durch Spenden an unser Sparschweinchen.

Alle Menschen sind bei uns willkommen, um defekte Alltagsgeräte wie Staubsauger oder Küchenmaschinen unter Anleitung zu reparieren. Ziel ist es, Ressourcen zu schonen, Reparaturwissen weiterzugeben und ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft zu setzen. Inzwischen ist die ‹Reparaturia› ein beliebter Treffpunkt in Oerlikon geworden, auch für Familien mit Kindern. Die Leute kommen vorbei, reparieren gemeinsam mit uns ihre Lieblingsstücke und bleiben für einen gemütlichen Schwatz. Mit rund 350 Reparaturen pro Jahr und einer Erfolgsquote von ca. 80 % leisten wir einen aktiven Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Für uns ist es schön, dass wir mit unserer Idee einen Ort geschaffen haben, wo Jung und Alt gemeinsam nachhaltig anpacken können.»

Noah Rechsteiner, Koch und Hôtelier-Restaurateur
Inhaber und Gastgeber, Restaurant ANOAH

Make Food – not War

Noah Rechsteiner, Koch und Hôtelier-Restaurateur
Inhaber und Gastgeber, Restaurant ANOAH

«Schon früh war mir klar: Genuss und Klimaschutz gehen zusammen. Im Alter von 19 Jahren habe ich das ANOAH gegründet, ein veganes Fine Dining Restaurant, das für kreative, pflanzliche Küche steht und beweist, dass das nicht nur nachhaltig ist –
sondern auch aufregend und sinnlich sein kann.

Wir servieren ein fixes Menü, das alle zwei Monate wechselt. So bleiben wir saisonal, arbeiten mit lokalen Produzent:innen – etwa einer Stadtzürcher Pilzfarm – und ernten sogar frisches Gemüse aus unserem eigenen Schrebergarten. Auch bei den Details achten wir auf Nachhaltigkeit, zum Beispiel mit Menükarten auf rezykliertem Papier. Viele Gerichte sind von meiner Kindheit inspiriert, wie die Kreation ‹Purple Rain›: Ein Spiel aus Aromen, Erinnerungen und Mut zur Farbe – unser Rezept für glückliche Gäste.

Ich sehe mich nicht nur als Gastgeber, sondern als jemanden, der Lust macht auf Veränderung und Menschen begeistert für neue Wege und mehr Leichtigkeit beim Geniessen.»

Zubereitung des Signature Dish «Purple Rain». Foto: C. Alexander / ANOAH

Führungsetage im Gewächshaus. Foto: AdvantiKA

Karime Abib, Aktivistin
Gründerin AdvantiKA, Business Fit IDG Hub Zürich

Regeneratives Unternehmertum

Karime Abib, Aktivistin
Gründerin AdvantiKA, Business Fit IDG Hub Zürich

Meine Kolleg:innen und ich unterstützen Unternehmen dabei, erfolgreich zu wachsen und dabei Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt zu übernehmen. Dafür nutzen wir die Inner Development Goals (IDG) – eine Methode, die Führung als persönliche Entwicklung und Förderung des Gemeinwohls versteht.

Mein Lieblingsprojekt führte mich zum Instituto Terra Luminous in Brasilien: Durch die Verbesserung von Projekten und Datensystemen mobilisierten wir 1.5 Millionen R$ (ca. 220 000 CHF) und sicherten 272 Hektar Schutzgebiet mit lebenswichtigen Wasserquellen für São Paulo – ein grosser Beitrag zur Klimasicherheit in der Region. Bei der Beratung eines europäischen Herstellers von Biokosmetik lag der Fokus auf Umweltbildung und der Förderung kleinbäuerlicher Betriebe. Denn die Bio-Rezertifizierung verlangte, dass die Lieferanten ihre Böden regenerieren, um die Bodenqualität zu verbessert und mehr CO₂ zu speichern.

Solche Erfolgsgeschichten zeigen: Mit den IDG als Kompass können Führungskräfte den Wandel in ihren Unternehmen anstossen – und umweltfördernde Projekte wirkungsvoll umsetzen.»

Andreas Schneider, Umweltingenieur
Sustainability Consultant, Stiftung myclimate

Mit Beratung zur CO₂-Reduktion

Andreas Schneider, Umweltingenieur
Sustainability Consultant, Stiftung myclimate

«Seit der UN-Konferenz in Rio de Janeiro 1992 war mir klar, dass ich mehr tun wollte, als nur meinen eigenen ökologischen Fussabdruck zu reduzieren. Als Umweltingenieur habe ich mir ein umfangreiches Wissen zur Lösung von Umweltproblemen aufgebaut und mich auf die Umweltverträglichkeitsprüfung von Bauprojekten konzentriert.

Seit 2018 arbeite ich als Berater bei der Stiftung myclimate. Ich unterstütze Unternehmen dabei, ihre CO₂-Emissionen zu verstehen, Einsparmöglichkeiten zu finden und wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Lösungen umzusetzen. Gemeinsam entwickeln wir klare Strategien und konkrete ‹Absenkpfade›, um die Klimaziele zu erreichen – und sich Schritt für Schritt Richtung Netto-Null zu bewegen.

Es ist erfüllend zu sehen, wie ich durch Beratung und praxisorientierte Klimaschutzmassnahmen bereits mehrere hundert Unternehmen auf ihrem Weg zu mehr Klimaschutz begleiten konnte.»

Kundenberatung mit LifeCycle Analyse. Foto: Stiftung myclimate

Kinovorführung am Festival. Foto: Films for Future

Edwin Moser, Familienvater
Gründer films for future

Vom Mut, Grosses zu wagen

Edwin Moser, Familienvater
Gründer films for future

«Jede kleine Aktion zählt – aber wir wissen alle: Die Klimakrise braucht mehr. Sie braucht Mut. Grosse Ideen. Echtes Handeln.

2012 sass ich mit ein paar Aktivist:innen zusammen und hatte eine Vision: Mit Filmen Menschen berühren, Bewusstsein schaffen, etwas ins Rollen bringen. Daraus wurde ‹Films for Future›. In 13 Jahren haben wir über 10 000 Menschen erreicht – und wir träumen noch grösser. In vier Jahren sollen es 20 000 sein. Mindestens. Unser Prinzip ist simpel: Sehen, Verstehen, Machen. Ein Film kann die Perspektive verändern, ein Gespräch kann Funken entzünden, eine Idee kann alles ins Rollen bringen – wenn wir gemeinsam handeln. Expert:innen aus allen Bereichen zeigen, was möglich ist.

Die Krise ist riesig, aber unsere Möglichkeiten sind es auch.
Vertrau darauf, dass dein Handeln zählt. Denk gross – handle mutig – mach mit.»

Anna Bruns, Schiffbauingenieurin
Capilano Maritime Design Ltd, Vancouver, Kanada

Klimafreundliche Passagierschiffe

Anna Bruns, Schiffbauingenieurin
Capilano Maritime Design Ltd, Vancouver, Kanada

«Als Schiffbauingenieurin liegt mein Fokus darauf, Energie – und damit auch Brennstoff – für den Schiffsbetrieb zu sparen.

Ein besonders spannendes Projekt, an dem ich derzeit arbeite, ist die H₂Ocean, ein vollständig CO₂-neutral betriebenes Passagierschiff mit Wasserstoff-Brennstoffzellen. Da es für Schiffe noch keine technischen Regeln für Brennstoffzellen gibt, mussten wir die Sicherheitsbestimmungen über Risikoanalysen selber definieren – wir haben dafür auch schon die Bewilligung bekommen. Aktuell arbeitet eine lokale Firma daran, den bei ihrer Produktion entstehenden Wasserstoff, der zurzeit verpufft, abzufangen und für den Einsatz als Treibstoff aufzubereiten. Sobald ausreichend Wasserstoff zur Verfügung steht, kann unsere H₂Ocean verwirklicht werden und die Passagiere umweltfreundlich von A nach B befördern.

Es begeistert mich, immer wieder innovative Ideen zu entwickeln und umzusetzen, um unsere Transportlösungen nachhaltiger zu gestalten.»

H₂Ocean Designteam. Foto: M. Wakefield / North Shore News