Finanzwirtschaft

Bankenviertel in Zürich
Foto: amd / focusTerra
Der Finanzsektor spielt eine zentrale Rolle auf dem Weg zu Netto-Null, da er in alle Wirtschaftssektoren hineinspielt und massgeblich beeinflusst, wie Kapitalströme gelenkt und Investitionen priorisiert werden. Daher tragen Banken, Versicherungen und institutionelle Investor:innen wie Pensionskassen eine entscheidende Verantwortung bei der Finanzierung der Energiewende und weiteren Klimaschutzlösungen.
Der Klimawandel verursacht riesige volkswirtschaftliche Kosten: Bis 2049 werden sie geschätzt mindestens 6-mal höher sein als die Kosten zur Verhinderung des Klimawandels. Es ist wirkungsvoller, diese Summe in innovative und nachhaltige Lösungen zu investieren, anstatt sie im Nachhinein für die Schadensbegrenzung auszugeben.
Wie KANN DER FINANZSEKTOR ZU NETTO-NULL BEITRAGEN?
- Finanzakteur:innen ziehen ihre Investitionen aus der fossilen Industrie ab und investieren stattdessen in erneuerbare Energien.
- Portfoliomanager:innen folgen internationalen Richtlinien, die nachweislich sicherstellen, dass der Klimaschutz bei Investitionen berücksichtigt wird.
- Finanzinstitutionen rechnen Klimarisiken systematisch in ihre Risikoanalysen ein, um sie frühzeitig zu erkennen und abzufedern. Dadurch bleibt das Finanzsystem stabil – auch in einer sich verändernden Umwelt und Wirtschaft.
- Finanzprodukte für Privatanleger:innen zeigen Emissionsreduktionsstrategien transparent auf, sodass klimafreundliche Anlagen leicht erkennbar sind und Investitionen gezielt fürs Klima getätigt werden können.
- Internalisierung von externen Kosten: Die Kosten von Emissionen sind im Finanzsystem integriert, z.B. durch CO₂-Steuern für klimaschädliches Verhalten, die in Produktpreise einfliessen.
Benötigte gesellschaftliche und politische Massnahmen
- Nachhaltigkeitsstandards und Gütesiegel schaffen Transparenz über die Klimawirkung von Investitionen, etwa durch Instrumente wie die EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, die grüne und nachhaltige Wirtschaftsaktivitäten definiert.
- Finanzielle Anreize unterstützen langfristige Klimaziele und Strafen verteuern klimaschädliche Praktiken.
- Es gibt keine Subventionen mehr für klimaschädliche Industrien. Dies könnten die Flugbranche oder die Stahlindustrie sein.
Zusatznutzen für die Gesellschaft
- Finanzmittel werden klimaschädlichen Unternehmen entzogen und in klimafreundliche Unternehmen investiert.
- Investitionen in klimafreundliche Unternehmen sind attraktiver, da sie auf zukunftsfähigen Technologien basieren.
- Pensionskassen und Rentenfonds minimieren ihre Risiken, indem sie nicht mehr in «alte» Technologien (z.B. Kohlekraftwerke) investieren.

Wie kannst Du beitragen?
- Wähle Finanzprodukte und -dienstleistungen, die den Klimaschutz priorisieren.
- Investiere in erneuerbare Energien und energieeffiziente Lösungen. Stoppe Investitionen in fossile Brennstoffe.
- Fordere von deiner Pensionskasse, dass deine Ersparnisse klimafreundlich angelegt werden.

ROLLE DES FINANZWESENS FÜR NETTO-NULL
Grafik: PIK Potsdam Institut für Klimaforschung (modif.)

NACHHALTIGKEITSSTANDARDS (ISSB)
Das International Sustainability Standard Board definiert globale Standards bzgl. Nachhaltigkeit und Klima im Finanzwesen. So soll erreicht werden, dass Investor:innen die notwendigen Informationen zu Nachhaltigkeitsrisiken und -chancen eines Unternehmens vorliegen.
Foto: Adobe Stock

PACTA KLIMATEST
Das Bundesamt für Umwelt und das Staatssekretariat für internationale Finanzfragen analysieren alle zwei Jahre mit der international anerkannten PACTA-Methode den Fortschritt des Schweizer Finanzmarkts bei der Erreichung von Nachhaltigkeitszielen.
Foto: Adobe Stock

NACHHALTIG INVESTIEREN
Der Finanzmarkt bietet zunehmend Anlageprodukte an, die nicht nur auf Rendite, sondern auch auf ethische, soziale und ökologische Faktoren achten. Diese Fonds investieren in Unternehmen, Projekte und Länder, die Nachhaltigkeitsstandards erfüllen.
Foto: Adobe Stock

FINANZPLATZ-INITIATIVE
Der Schweizer Finanzplatz ist ein globales Schwergewicht. Die Milliarden, die hier verwaltet oder als Kredite vergeben werden, können viel bewirken. Die 2024 lancierte Finanzplatz-Initiative möchte sicherstellen, dass das Geld nachhaltig investiert wird.
Foto: Finanzplatz-Initiative (modif.)

KLIMAFREUNDLICHE KRYPTOWÄHRUNGEN
Klassische Kryptowährungen verbrauchen sehr viel Strom. Neue Alternativen wollen den Energieverbrauch senken – z.B. durch Verfahren, die weniger Rechenleistung benötigen oder durch den Einsatz von Solarstrom für die Computer, die das System betreiben.
Foto: Adobe Stock