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NETTO-NULL IN DER WIRTSCHAFT

Windkraftanlage im Entlebuch

Foto: Adobe Stock

Netto-Null bedeutet, dass wir unsere Gesellschaft so umgestalten, dass kaum noch Treibhaus­gase aus­gestossen werden – weder direkt (im eigenen Land / Unternehmen) noch in­direkt (im Ausland / ausserhalb des Unternehmens). Dazu ­müssen Technologien und Produktionsweisen in ­allen Wirtschafts­bereichen effizienter werden. Zudem müssen ­fos­sile Energieträger durch erneuerbare Energien und ­alternative Kraftstoffe ersetzt werden. Schwer vermeidbare Restemis­sionen müssen ausgeglichen werden, indem mit ver­schiedenen ­Methoden CO₂ wieder aus der Atmosphäre ent­fernt wird (­«Carbon Dioxide Removal», CDR).

Der dazu benötigte Strukturwandel erfordert hohe Investitionen und ist eine grosse wirtschaftliche Herausforderung – zugleich aber eine Chance für innovative Unternehmen, eine führende Marktposition einzunehmen und künftige Kosten durch klima­bedingte Schäden zu vermeiden.

WAS SIND DIE GRUNDPRINZIPIEN FÜR DIE ERREICHUNG DER NETTO-NULL-ZIELE?

  • Energiewende: Alle Wirtschaftssektoren nutzen lang­fristig CO₂-neutrale oder emissionsarme, erneuer­bare ­Energie wie Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft und Geo­thermie.
  • Die Effizienz von Infrastrukturen wie Gebäuden sowie ­Maschinen wird kontiunierlich gesteigert – etwa durch die Elektrifi­zierung von Prozessen und sparsamen Strom­verbrauch.
  • Produkte werden über ihren gesamten Lebenszyklus ­hin­weg nachhaltig gestaltet, sodass sie emissionsarm produziert, betrieben und maximal wiederverwertet werden können («Eco-Design»).
  • Im Güter- und Personenverkehr kommen Elektromobilität und alternative Treibstoffe zum Einsatz.
  • Detaillierte Emissionsreduktionsziele (Absenkpfade) für die jeweiligen Wirtschaftsektoren und Branchen sind definiert und werden umgesetzt.

Benötigte gesellschaftliche und politische Massnahmen

  • Erneuerbare Energien und strengere Emissionsstandards für Anlagen, Maschinen und Fahrzeuge werden gefördert.
  • Subventionen fördern Investitionen in den Struktur­wandel und in innovative Technologien (z.B. Klima- und Innovations­gesetz Schweiz, KlG).
  • CO₂-Steuern und Emissionshandel verteuern fossile Energien und beschleunigen den Umstieg auf erneuerbare Energien.

Zusatznutzen für die Gesellschaft

  • Es eröffnen sich Chancen für Innovationen und nach­haltiges wirtschaftliches Wachstum, die für Zukunfts­sicherheit sorgen.
  • Unternehmen, die früh auf nachhaltige Technologien setzen, können sich besser am Markt positionieren und neue Kund:innen gewinnen.
  • Neue Geschäftsmodelle (z.B. «Sharing Economy», CO₂-Abscheidung) schaffen neue «grüne Arbeitsplätze».

Wie kannst Du beitragen?

  • Kaufe klimafreundlich produzierte Produkte und unter­stütze damit Unternehmen, die Netto-Null vorantreiben.
  • Investiere in Firmen, die ihre Emissionen reduzieren und rege an, dass deine Pensionskasse dies ebenfalls tut.
  • Engagiere dich für den Wandel: Fördere den Austausch zwischen Politik, Forschung und Gesellschaft und stimme klimafreundlich ab.

WELTWEITE TREIBHAUSGASEMISSIONEN NACH WIRTSCHAFTSSEKTOR
Es gibt ein grosses Ungleichgewicht zwischen der Menge der von der Wirtschaft global emittierten Treibhausgase (links) und der Menge, die die Natur wie­der aufnimmt (rechts). Entsprechend reichern sich die Treibhausgase in der Atmosphäre an (Mitte). Daher müssen wir Emissionen senken (links) sowie die Natur stärken und mit Technologien weiteres CO₂ aus der Atmosphäre entfernen (rechts).
Daten: IPCC AR6, WGIII (2022; modif.)

NACHHALTIGE ENTWICKLUNGSZIELE DER VEREINTEN NATIONEN (UN)
(SUSTAINABLE DEVELOPMENT GOALS, SDG)

Die 17 Ziele, die von der UN 2016 festgelegt wurden, decken ein breites Themenfeld ab, das von Armutsbekämpfung über nachhaltige Wirtschaft bis hin zu Klimamassnahmen geht.

Foto: United Nations

Weitere Infos

EUROPEAN GREEN DEAL

Im EU-Klimagesetz ist festgelegt, Europa bis 2050 zum ersten klimaneutralen Kontinent zu machen. Dies soll erreicht werden durch nachhaltiges Wachstum, Ressourcenschonung und eine Unterstützung von Wirtschaft und Gesellschaft, um die Herausforderungen zu meistern.

Foto: Adobe Stock

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KLIMA- UND INNOVATIONSGESETZ (KIG)

Am 18. Juni 2023 haben die Schweizer Stimmberechtigten das Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit angenommen. Es beinhaltet sektorspezifische Reduktionsziele, das Netto-Null-Ziel sowie finanzielle Unterstützung für innovative Unternehmen und Privathaushalte.

Foto: Streetlife (modif.)

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SCIENCE BASED TARGETS INITIATIVE (SBTI)

SBTi ist eine Organisation für unternehmerischen Klimaschutz. Teilnehmende Unternehmen setzen sich Emissionsreduktionsziele (Absenkpfade), deren Strategie gemäss strenger ­Kriterien überprüft und zertifiziert wird.

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GREENHOUSE GAS PROTOCOL (GHG-PROTOCOL)

Das GHG-Protokoll etabliert umfassende, globale Standards zur Messung und Ver­waltung von Treibhausgasemissionen der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung. Damit können die Emissionen entlang der Wertschöpfungsketten ermittelt werden, um besonders klimaschädliche Prozesse und Produkte zu identifizieren.

Foto: Adobe Stock

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