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Interaktives Exponat

Netto-Null bis 2040

Der Klimawandel ist eine der grössten Herausforderungen unserer Zeit. Seine Folgen machen sich auch in der Stadt Zürich bemerkbar. Angetrieben wird der Klimawandel durch Treibhaus­gase, die wir täglich ausstossen – etwa beim Heizen unserer Gebäude, durch unsere Mobilität oder mit unserem Konsumverhalten. Um die Erderwärmung deutlich abzuschwächen, müssen wir handeln. Die Stadt Zürich hat sich das Klimaschutzziel Netto-Null bis 2040 gesetzt. Das heisst, Zürich will auf Stadtgebiet, also im Bereich der direkten Treibhaus­gasemissionen, CO₂-neutral werden. Auch indirekte Treibhaus­gasemissionen sollen reduziert werden. Diese entstehen ausserhalb der Stadtgrenze, werden jedoch durch unsere Aktivitäten verursacht. Die Zürcher Stimmbevölkerung hat diesen Klimaschutzzielen im Jahr 2022 mit einer klaren Mehrheit von 75% zugestimmt.

Das Exponat zeigt, was Zürich bis 2040 bei den direkten Emissionen in den Bereichen Mobilität, Gebäude und Entsorgung auf Stadtgebiet zum Schutz des Klimas umsetzt. Die Relevanz der Treibhaus­gasemissionen pro Bereich sowie der geplante Absenkpfad kann im Netto-Null-Cockpit beobachtet werden.

Illustration von Zürich
Illustration: KreativKonsum

MEHR SAUBERE ANTRIEBE, WENIGER MOTORENLÄRM

Besitzt du selbst ein Auto oder nutzt du Angebote wie Carsharing? – Der motorisierte Verkehr, der auch in Zukunft nicht verlagert oder vermieden werden kann, soll möglichst umweltverträglich abgewickelt werden: energie-effizient, leise und sauber – dank Elektromobilität, Carsharing und einer besseren Ausnutzung der Fahrzeuge. Die Stadt Zürich geht dabei mit gutem Beispiel voran: Bis 2035 wird die gesamte Busflotte der VBZ elektrifiziert. Zudem wird die Ladeinfrastruktur für E-Mobilität auf Privatgrund gezielt gefördert.

Illustration: KreativKonsum

MEHR ÖV, VELO- UND FUSSVERKEHR, WENIGER AUTOS

Wie bewegst du dich in der Stadt? – Die Stadt Zürich baut den öffentlichen Verkehr stetig aus, verbessert das Angebot und schafft gleichzeitig attraktive und sichere Infrastrukturen für Velo- und Fussverkehr. Dadurch wird die Verlagerung des motorisierten Individualverkehrs beschleunigt: zum Beispiel mit neuen Velovorzugsrouten oder sicheren Schulwegen. Auch möchte Zürich die verschiedenen Verkehrsmittel optimal untereinander vernetzen, damit sie sich gegenseitig unterstützen.

Illustration: KreativKonsum

MEHR LOKALES LEBEN, WENIGER LANGE WEGE

Wie weit ist dein Schul- oder Arbeitsweg? – Durch verschiedene verkehrs-planerische und städtebauliche Infrastrukturmassnahmen soll eine «Stadt der kurzen Wege» entstehen, ohne Einbussen an Erreichbarkeit oder Lebensqualität. Dazu braucht es beispielsweise starke Quartierzentren, Lösungen für die urbane Logistik und den Gewerbeverkehr oder eine ange-passte Verkehrslenkung. Auch die Bevölkerung, Organisationen und Unternehmen können dazu beitragen, Wege zu verkürzen, indem sie lokale und dezentrale Angebote nutzen oder dort Arbeitsplätze anbieten.

Illustration: KreativKonsum

MEHR ERNEUERBARE ENERGIE, WENIGER ÖL UND GAS

Welches Heizsystem wird bei dir zuhause genutzt? – Bis 2040 soll 100% der Wärmeenergie in der Stadt Zürich aus erneuerbarer Energie, Abwärme oder Abfallverwertung stammen. Dafür müssen rund 20 000 Öl- und Gasheizungen durch Fernwärmeanschlüsse oder Wärmepumpen ersetzt werden. Dazu bauen die städtischen Energieversorger die thermischen Netze aus. Gleichzeitig koordiniert die Stadt die Stilllegung der Gasverteilnetze und unterstützt Liegenschaftseigentümer*innen beim Heizungsersatz mit Information, Beratung und finanziellen Beiträgen.

Illustration: KreativKonsum

MEHR MODERNISIEREN UND OPTIMIEREN, WENIGER HEIZEN

Wie viel musst du heizen oder kühlen? – Die verfügbaren klimafreundlichen Energiequellen sind begrenzt. Deshalb muss auch der Wärmeenergiebedarf von Gebäuden gesenkt werden – bis 2040 um 20%. Dieses Ziel kann erreicht werden, indem Liegenschaftseigentümer*innen verstärkt ihre Gebäude energetisch modernisieren, den Betrieb der Gebäudetechnik optimieren, die beheizte Gebäudefläche effizient nutzen sowie Wärme zurückhaltend einsetzen. Die Stadt geht bei den eigenen Immobilien mit gutem Beispiel voran und unterstützt andere Eigentümer*innen mit Beratung und Förderprogrammen

Illustration: KreativKonsum

MEHR CO₂ IM BODEN, WENIGER CO₂ IN DER LUFT

Weisst du, was Negativemissionen sind? – In der Klärschlamm-verwertungs- und Biogasaufbereitungsanlage Werdhölzli sowie der Kehrichtverwertungsanlage Hagenholz entsteht CO₂. Mit dem Verfahren «Carbon Capture and Storage» (CCS) kann dieses CO₂ bei den Anlagen abgefangen und anschliessend langfristig gespeichert werden. Wenn das CO₂ aus der Verwertung von biogenem Material wie zum Beispiel Pflanzen oder organischen Abfällen stammt, spricht man von Negativemissionen. Diese können andere, unvermeidbare Emissionen kompensieren.

Illustration: KreativKonsum

Der Netto-Null-Zwischenbericht 2025 berechnete für die Stadt Zürich 16% direkte Emissionen und 84% indirekte Emissionen.

Illustration: KreativKonsum

Wo können wir im Klimaschutz etwas bewirken?

Aktuell verursacht die Stadt Zürich Treibhaus­gasemissionen in der Höhe von rund 15 Tonnen CO₂eq pro Einwohner*in und Jahr. Rund ein Drittel davon entsteht im Bereich Mobilität, vor allem durch den Flug- und Autoverkehr. Im Bereich Gebäude verursachen fossile Heizungen auf dem Stadtgebiet direkte Treibhaus­gasemissionen, indirekte entstehen beispielsweise durch die Herstellung von Bau-materialien. Bei den indirekten Treibhaus­gasemissionen sind im Bereich Ernährung tierische Produkte die grossen CO₂eq-Verursacher. Im Bereich Konsum fällt besonders die Herstellung von Konsumgütern wie Kleidung, Möbel oder IT-Geräte ins Gewicht.

Direkte Treibhaus­gasemissionen
entstehen innerhalb der Stadtgrenzen und werden zum Beispiel durch den Verkehr, durch das Heizen von Gebäuden oder durch die Verwertung von Abfall zur Energiegewinnung verursacht.

Indirekte Treibhaus­gasemissionen
fallen ausserhalb der Stadtgrenzen an, werden jedoch durch die Aktivitäten und Entscheidungen der Stadtzürcher Bevölkerung verursacht. Sie entstehen beispielsweise bei der Herstellung von Lebensmitteln, Gütern und Dienstleistungen, die wir kaufen und konsumieren, oder bei der Mobilität ausserhalb der Stadt. Die indirekten Treibhaus­gasemissionen machen den Grossteil der gesamten ausgestossenen Emissionen aus. Wir können im Alltag einen Unterschied machen, indem wir:

  • Materialien und Güter länger im Kreislauf behalten
  • Food-Waste und tierische Produkte reduzieren
  • weniger fliegen und Auto fahren

Weiterführende Informationen zu den Klimaschutzzielen der Stadt Zürich sowie Klimaschutzaktivitäten inner- und ausserhalb der Stadtgrenzen gibt es unter stadt-zuerich.ch/klimaschutz, Daten und Prognosen zu den direkten und indirekten Treibhaus­gasemissionen der Stadt Zürich gibt es im Netto-Null-Cockpit.