Verkehr
32 % direkte Emissionen in der Schweiz

Mit ÖV und Velo in eine klimafreundliche Zukunft
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Der Verkehrssektor ist die am schnellsten wachsende Emissionsquelle der Welt. Obwohl der Luftverkehr häufiger thematisiert wird, ist der Strassenverkehr der Hauptverursacher der globalen, verkehrsbedingten Treibausgasemissionen.
Die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge nimmt weltweit zu (z.B. Schweiz 2024: 7.05 Millionen Fahrzeuge, +0.9 % im Vergleich zum Vorjahr). Dafür müssen Fahrzeuge hergestellt und Infrastrukturen wie Strassen gebaut werden. Deshalb steigen die verkehrsbedingten Emissionen, trotz technischer Fortschritte bei Motoren und der Einführung von Elektrofahrzeugen, weiterhin an.
WIE SIEHT NETTO-NULL IM VERKEHRSSEKTOR AUS?
- Alle Fahrzeuge im Privat- und Geschäftsverkehr sind emissionsarm, d.h. sie werden elektrisch oder durch einen alternativen Kraftstoff (z.B. Biogas) betrieben.
- Alle Fahrzeuge sind effizienter und benötigen dadurch weniger Energie. Sie sind leichter, kleiner und trotzdem sicher, belasten aber Infrastrukturen wie Strassen und Brücken weniger.
- Batterien für elektrische Antriebe werden unter fairen, umweltschonenden Bedingungen hergestellt und rezykliert – zum Schutz von Mensch und Umwelt in den vom Abbau, von der Produktion und vom Recycling betroffenen Regionen.
- Im Flugverkehr werden alternative Kraftstoffe genutzt wie «Sustainable Aviation Fuels» (SAF) oder solare Treibstoffe.
- Emissionsarme Fahrzeuge sind für alle Einkommensschichten zugänglich und die erforderliche Infrastruktur (z.B. Ladestationen) steht zur Verfügung.
- Städte fördern emissionsarmen Verkehr wie elektrischen öffentlichen Verkehr (ÖV), Velo- und Fussgängerverkehr.
BENÖTIGTE GESELLSCHAFTLICHE UND POLITISCHE MASSNAHMEN
- Klimafreundliche Mobilität wird staatlich gefördert, z.B. durch den Ausbau des öffentlichen Verkehrs.
- Elektromobilität wird gefördert. Voraussetzung: Der Strom stammt aus erneuerbaren Quellen.
- Emissionen von Fahrzeugen und Verkehrsinfrastruktur werden gemäss Verursacherprinzip besteuert, z.B. via Treibstoffsteuern.
Zusatznutzen für die Gesellschaft
- Individualverkehr ohne Privatautos bedeutet mehr Platz in der Stadt für die Menschen und weniger Lärm.
- Weniger Emissionen aus der Kraftstoffverbrennung bedeuten sauberere Luft, da weniger Stickstoff- und Schwefeldioxide, Kohlenmonoxid, Ozon, Feinstaub usw. entstehen.
- Die Fortbewegung durch menschliche Muskelkraft (zu Fuss oder auf Rädern) fördert die Gesundheit.

Wie kannst Du beitragen?
- Reise umweltfreundlich: Nutze nach Möglichkeit das Velo oder öffentliche Verkehrsmittel für den Nahverkehr, reduziere Langstreckenfahrten/-flüge und steige auf Elektromobilität um.
- Unterstütze die Bemühungen in deinem Wohn- und Arbeitsumfeld zur Verkehrsreduktion.
- Fliege nur, wenn nötig: Gleiche unvermeidbare Flüge durch Investitionen in innovative Projekte aus, z.B. in die Entwicklung alternativer Kraftstoffe.

TreibhausgasEMISSIONEN VON FAHRZEUGEN
inkl. Herstellung, Wartung, Strasseninfrastruktur und Entsorgung
alle Werte in CO₂e pkm: CO₂-Äquivalente für die Beförderung von 1 Person über 1 km
*Lastwagen in CO₂e tkm: CO₂-Äquivalente für die Beförderung von 1 Tonne über 1 km
Daten: Mobitool v3.0 2023, Paul Scherrer Institut (PSI)

AUSWIRKUNG VERBRENNERVERBOT 2035
Das vom Europäischen Parlament beschlossene Verbot von Benzin- und Dieselfahrzeugen ab 2035 wird sich auch in der Schweiz auswirken, da Neuwagen, die in der Schweiz verkauft werden, zumeist den EU-Vorschriften entsprechen.
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E-MOBIL MIT HAUSEIGENEM SOLARSTROM
Ein Forscherteam der ETH Zürich hat herausgefunden, dass es keine Nutzungseinschränkungen für Elektroautos gibt, wenn sie mit Solarstrom vom eigenen Dach geladen werden. Dies wird durch eine intelligente Steuerung unterstützt.
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CARSHARING
Die Schweiz ist Pionierin im Carsharing. Die ersten Genossenschaften wurden bereits 1987 gegründet. Die Autoflotten werden zunehmend auf elektrische Antriebe umgestellt.
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E-BIKE CITY
Dieses Projekt der ETH Zürich will auf Strassen mehr Platz für Velos und öffentlichen Verkehr schaffen. Dabei werden Fahrspuren für verschiedene Geschwindigkeiten (z.B. Velos und E-Bikes) geplant, sodass die Strassen effizient genutzt werden.
Foto: Nightnurse & Sodafilm (ETH Zürich)

BIKE TO WORK
Dieser jährliche Firmenwettbewerb gilt als grösste Velo- und Gesundheitsförderungsaktion der Schweiz. Ziel ist es, mit Kolleg:innen im Mai und Juni per Velo zur Arbeit zu pendeln. Viele Teilnehmende nutzen das Velo danach öfters für den Arbeitsweg.
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