LANDWANDEL-SPIEL
Das digitale Spiel wurde von der Professur Planung von Landschaft und Urbanen Systemen (PLUS) an der ETH Zürich initiiert und in Zusammenarbeit mit incolab und Grafik & Kontrabass: Ralph Sonderegger kreiert. Es basiert auf vielen verschiedenen, wissenschaftlich bestimmten Faktoren, die für die Berechnung der CO₂-Speicherung und der Nahrungsmittelproduktion verwendet werden. Die Faktoren sind unten im Detail beschrieben.
SPEZIELLE DANKSAGUNG
Für das Konzept, Design sowie die wissenschaftliche Beratung und die Umsetzung bedanken wir uns herzlich bei:- Prof. Dr. Adrienne Grêt-Regamey und Ralph Sonderegger von der Professur Planung von Landschaft und Urbanen Systemen am Departement Bau, Umwelt und Geomatik, ETH Zürich;
- Dr. Enrico Celio von incolab
BESCHREIBUNG DER FAKTOREN IM SPIEL
CO₂-Speicherung- Dauergrünland: 67 t C/ha
Der Wert für Dauergrünland wurde aus dem Schweizer Nationalen Inventardokument (BAFU, 2024) übernommen und entspricht der Summe aus der mittleren jährlichen Biomasse (6 t C/ha) und dem mittleren jährlichen Mineralboden-Kohlenstoffgehalt (61 t C/ha) für Flächen bis 1 200 m ü. M.
- Ackerland: 65 t C/ha
Der Wert für Dauergrünland wurde aus dem Schweizer Nationalen Inventardokument (BAFU, 2024) übernommen und entspricht der Summe aus der mittleren jährlichen Biomasse (6 t C/ha) und dem mittleren jährlichen Mineralboden-Kohlenstoffgehalt (59 t C/ha) für Flächen bis 1200 m. ü. M.
- Agroforstsysteme: 133 t C/ha
Der Wert beschreibt die Kohlenstoffbindung in den Bäumen eines Agroforstsystems an einem fruchtbaren Standort nach 60 Jahren für ein Acker mit 113 Bäumen pro Hektar. Es basiert auf Modellberechnungen für 42 zufällig ausgewählte Landschaften in den Niederlanden, Frankreich und Spanien (Kaeser et al., 2011).
- Siedlung: Holz: 0 t C/ha und Beton: – 500 t C/ha
Die Werte für den Holz- und Betonbau wurden auf Basis zweier Studien berechnet.
Die erste Studie (proHolz, 2024) basiert auf einem sechsstöckigen Gebäude mit 3’800 m² Grundfläche und 22’800 m² Bruttogeschossfläche. Zur Vergleichbarkeit wurden die Werte auf 7’380 m² BGF/ha umgerechnet, nach dem berechneten Zürcher Durchschnitt (BFS, 2024): 10 Gebäude/ha × 184.5 m² × 4 Geschosse = 7’380 m² BGF/ha
Netto C-Speicher Holzbau: – 30.75 t CO₂/ha
Netto C-Speicher Betonbau: – 443.45 t CO₂/ha
Die Werte der zweiten Studie (Liang et al., 2020) stammen aus einer umfassenden Lebenszyklusanalyse eines zwölfstöckigen Gebäudes inklusive Bau, Betrieb, Materialeinsatz und Entsorgung. Die Angaben wurden auf Hektarbasis normiert.
Netto C-Speicher Holzbau: 14.76 t CO₂ / ha
Netto C-Speicher Betonbau: – 1742.42 t CO₂ / ha
Beide Studien deuten darauf hin, dass sich die Emissionen der Holzbauweise über den Lebenszyklus hinweg weitgehend mit der Kohlenstoffspeicherung im Holz ausgleichen. Bei der Betonbauweise ist hingegen praktisch keine Sequestrierung vorhanden. Der Netto-CO₂-Ausstoss hängt stark von Faktoren wie Gebäudehöhe, Lebensdauer, Rückbaupraxis und Nutzungskaskaden ab.
- Produktiver Wald: 198 t C/ha
Der Wert für Dauergrünland wurde aus dem Schweizer Nationalen Inventardokument (BAFU, 2024) übernommen und entspricht der Summe aus der mittleren jährlichen Biomasse (141 t C/ha) und dem mittleren jährlichen Mineralboden-Kohlenstoffgehalt (57 t C/ha) für Flächen bis 1200 m. ü. M. im Zentralen Plateau.
- Unproduktiver Wald: 87 t C/ha
Der Wert für Dauergrünland wurde aus dem Schweizer Nationalen Inventardokument (BAFU, 2024) übernommen und entspricht der Summe aus der mittleren jährlichen Biomasse (28 t C/ha) und dem mittleren jährlichen Mineralboden-Kohlenstoffgehalt (59 t C/ha) für Flächen bis 1200 m. ü. M. im Zentralen Plateau.
- Naturnahes Moor: 510 t C/ha
Der Ausgangswert für die Speicherkapazität von Mooren in der Schweiz (0,056 t C/m³) wurde dem Bericht Klimaschutz durch Hochmoorschutz (WSL, 2020) entnommen und gerundet. Er entspricht dem mittleren Gehalt an organischem Kohlenstoff in entwässerten Torfen in der Schweiz und Nordeuropa.
- Dauergrünland: 467 kg/Kopf/Jahr, 1278381 kJ/Kopf/Jahr
Der Wert beschreibt die Summe der Inlandproduktion von Kuhmilch und Fleisch [kg/Kopf/Jahr] (Baur & Flückiger, 2018). Für die Umrechnung in kJ wurden der Energiegehalt von Milch (2450 kJ/Liter Milch) und Rindfleisch (5650 kJ/kg Fleisch) verwendet (Schweizer Nährwertdatenbank, 2022).
- Ackerland: 170 kg/Kopf/Jahr, 1487500 kJ/Kopf/Jahr
Der Wert beschreibt die Inlandproduktion von pflanzlichen Nahrungsmitteln [kg/Kopf/Jahr] (Baur & Flückiger, 2018). Für die Umrechnung in kJ wurde der Energiegehalt von Getreide (14300 kJ/kg Vollkornmehl) und Kartoffeln (3200 kJ/kg Kartoffeln) verwendet (Schweizer Nährwertdatenbank, 2022).
- Agroforstsysteme: 221 kg/Kopf/Jahr, 1933750 kJ/Kopf/Jahr
Für Agroforstsysteme konnten keine spezifischen Produktionswerte ermittelt werden. Die Produktion liegt jedoch etwa 30 % über der traditionellen Landwirtschaft (Kaeser et al., 2011). Daher wurde der Basiswert des Ackerlands mit dem Faktor 1.3 multipliziert, um den approximierten Wert zu ermitteln.
- Siedlung: 17 kg/Kopf/Jahr, 148750 kJ/Kopf/Jahr
Für die Siedlung konnten keine spezifischen Produktionswerte ermittelt werden. Auf dem Siedlungsgebiet können jedoch ungefähr 10 % des Ertrags einer Landwirtschaftsfläche erreicht werden (Saha & Eckelman, 2017). Daher wurde der Basiswert des Ackerlands mit dem Faktor 0,1 multipliziert, um den approximierten Wert zu ermitteln.
- Produktiver Wald: 0 kg/Kopf/Jahr, 0 kJ/Kopf/Jahr
Für produktiven Wald wurde keine Nahrungsmittelproduktionsfunktion angenommen.
- Unproduktiver Wald: 0 kg/Kopf/Jahr, 0 kJ/Kopf/Jahr
Für unproduktiven Wald wurde keine Nahrungsmittelproduktionsfunktion angenommen.
- Naturnahes Moor: 0 kg/Kopf/Jahr, 0 kJ/Kopf/Jahr
Für Moore wurde keine Nahrungsmittelproduktionsfunktion angenommen.
REFERENZEN
- Baur, P., & Flückiger, S. (2018). Nahrungsmittel aus ökologischer und tiergerechter Produktion – Potential des Standorts Schweiz (S. 36). Eine Studie im Auftrag von Greenpeace Schweiz. Wädenswil: ZHAW Institut für Umwelt und natürliche Ressourcen. https://greenpeace.ch/static/planet4-switzerland-stateless/2021/02/5cef0eb8-2018_baur_nahrungsmittel_aus_o%CC%88kologischer_und_tiergerechter_produktion.pdf
- Bundesamt für Umwelt (BAFU). (2024). Schweiz. 2024 Nationales Inventardokument (NID CHE 2024) [Nationaler Inventarbericht, eingereicht bei der UNFCCC] (S. 331 ff.). UNFCCC. https://unfccc.int/sites/default/files/resource/NID-CHE-2024.pdf
- Bundesamt für Statistik (BFS). (2024). Durchschnittliche Gebäudegrundfläche nach Gebäudekategorie und Kanton. Opendata.swiss. https://opendata.swiss/de/dataset/durchschnittliche-gebaudegrundflache-nach-gebaudekategorie-und-kanton/resource/c068457c-8694-42cf-8484-a070b2179c60
- Bundesamt für Statistik (BFS). (2023). Gebäude und Wohnungen: Durchschnittliche Gebäudegrundfläche nach Gebäudekategorie und Kanton (Statistik-Code 0902010000_101). PX Web. https://pxweb.bfs.admin.ch/pxweb/de/px-x-0902010000_101/-/px-x-0902010000_101.px/
- Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL. (2020). Klimaschutz durch Hochmoorschutz: CO₂-Kompensation durch Hochmoorrenaturierung in der Schweiz (2. Aufl., Oktober 2020). https://wsl.ch/fileadmin/user_upload/WSL/Mitarbeitende/Klimaschutz_durch_Hochmoorschutz_2020_2Auflage.pdf
- proHolz. Holz ist der Rohstoff, auf den die Welt von morgen baut. (2024). https://proholz.at/wald-holz-klima/holz-ist-der-rohstoff-auf-den-die-welt-von-morgen-baut
- Kaeser, A., Sereke, F., Dux, D., & Herzog, F. (2011). Agroforstwirtschaft in der Schweiz. Agrarforschung Schweiz, 2(3), 128 ff. https://agroforst.ch/wp-content/uploads/Agroforstwirtschaft-in-der-Schweiz.pdf
- Liang, S., Gu, H., Bergman, R., & Kelley, S. S. (2020). Comparative life-cycle assessment of a mass timber building and concrete alternative. Wood and Fiber Science, 52(2), 1–15. https://wfs.swst.org/index.php/wfs/article/view/2945
- Saha, M., & Eckelman, M. J. (2017). Growing fresh fruits and vegetables in an urban landscape: A geospatial assessment of ground level and rooftop urban agriculture potential in Boston, USA. Landscape and Urban Planning, 165, 130–141. https://doi.org/10.1016/j.landurbplan.2017.04.015
Schweizer Nährwertdatenbank. (2022). https://naehrwertdaten.ch