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Abfall, sonstige Energie

6 % direkte Emissionen in der Schweiz

Kontrollzentrum einer Kehrrichtverwertungsanlage

Foto: Adobe Stock

Abfall im heutigen Sinne gibt es erst seit dem 18. Jahrhundert – zuvor wurde fast alles wiederverwertet. Heute ­produziert jede Person in der Schweiz rund 670 kg Hausmüll pro Jahr. Die Schweiz gehört damit zu den Spitzenreitern in Europa. Etwa die Hälfte dieser Siedlungsabfälle wird rezykliert inkl. der Vergärung von organischem Abfall zu Biogas. Die restlichen Siedlungsabfälle werden verbrannt, um Energie zu gewinnen. Die Kehrichtverwertungsanlage (KVA) Hagenholz in Zürich erzeugt ca. 560 GWh Energie pro Jahr. Davon entfallen 450 GWh auf Wärme, mit der ca. 45 000 Wohnungen (80 m2, mittleres Alter) beheizt werden können.

Insgesamt fällt schweizweit die grösste Abfallmenge aus der Bautätigkeit an: Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Kreislaufwirtschaft gewinnen besonders in diesem Bereich ­zunehmend an Bedeutung.

WIE SIEHT NETTO-NULL IM ABFALLSEKTOR AUS?

  • Das Wort «Abfall» ist überflüssig, da wir alle Materialien, auch Abwasser, als wertvolle Ressourcen zur Wiederverwendung betrachten («Urban Mining»).
  • Produkte und Materialien fliessen in einem kontinuierlichen Kreislauf durch Nutzung, Wiederverwendung, Reparatur und Recycling (Kreislaufwirtschaft).
  • Neue Produkte (z.B. Elektrogeräte) sind so gebaut, dass ­sie lange funktionieren, leicht gewartet und aufgerüstet werden können (verlängerte Lebensdauer; kein geplanter Verschleiss).
  • Designer:innen denken in Lebens­zyklen und entwickeln Produkte, die optimal für die Kreislaufwirtschaft geeignet sind (Eco-Design).
  • CO₂-Emissionen aus der Abfallverwertung werden abge­fangen und dauerhaft gespeichert (Carbon Capture and Storage, CCS).

BENÖTIGTE GESELLSCHAFTLICHE UND POLITISCHE MASSNAHMEN

  • Produkt- und Designstandards schreiben eine lange Lebensdauer vor und unterstützen die Kreislaufwirtschaft.
  • Forschung und Projekte zur CO₂-Abscheidung und -Speicherung werden (staatlich) gefördert.
  • Gebühren erhöhen den Druck, Abfall zu vermeiden. Die wegfallende Energie­produktion aus der Abfallverwertung wird durch erneuerbare Energien ausgeglichen.

Zusatznutzen für die Gesellschaft

  • Dinge, die sonst weggeworfen würden, sind neu Wert­stoffe und die gesellschaftliche Sicht auf Materialien und Produkte ändert sich.
  • Dank Recycling werden innovative Wege zur Wiederverwendung von Materialien entwickelt.
  • Durch die Kreislaufwirtschaft sind Staaten weniger abhängig von Rohstoffen aus dem Ausland (z.B. Metalle).

Wie kannst Du beitragen?

  • Überdenke dein Konsumverhalten: Vermeide den Kauf von Dingen, die du selten – oder sogar nur einmal – verwenden kannst oder kaufe secondhand. Teile sie mit Freund:innen oder spende sie. Nutze Tausch- und Verleihplattformen.
  • Gib ungebrauchten Gegenständen einen neuen Zweck, bringe sie zu Flohmärkten oder verkaufe sie online.
  • Nutze Reparaturwerkstätten, um deinen kaputten Lieblingsstücken neues Leben einzuhauchen und ihre Lebensdauer zu verlängern.

87 MILLIONEN TONNEN ABFALL PRO JAHR IN DER SCHWEIZ

Daten: BAFU, Abteilung Abfall und Rohstoffe (2020)

RECYCLINGHOF JUCH-AREAL

Der Neubau des Recyclingzentrums Juch-Areal von Entsorgung + Recycling Zürich (ERZ) in Zürich-Altstetten steht im Zeichen der Kreislaufwirtschaft. Das Zentrum soll nicht nur im Bau, sondern auch im Betrieb Vorbild sein im Bereich der Weiter- und Wiederverwendung von Rohstoffen und Materialien.

Foto: maaars architektur visualisierungen

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«FOOD WASTE» VERMEIDEN

Die Stiftung «Schweizer Tafel» sammelt täglich rund 30 Tonnen einwandfreie, überschüssige Lebensmittel im Detailhandel, bei Grossverteilern und in der Industrie ein und verteilt sie kostenlos an über 500 soziale Institutionen.

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KLIMASCHONENDE KLÄRANLAGEN

Rund 3 % der Treibhausgase in der Schweiz stammen aus Kläranlagen. Diese Emissionen wurden lange ­unterschätzt. Aktuell laufen Forschungs- und Förderprogramme zur Emissionsreduktion.

Foto: Adobe Stock

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AUS ABFALL WIRD GOLD

Forschende der ETH Zürich haben ein Verfahren entwickelt, um Gold aus Elektroschrott zu gewinnen. Aus 20 Computerhauptplatinen gewannen sie einen 22-karätigen Goldklumpen von 450 Milligramm.

Foto: Alan Kovacevic (ETH Zürich)

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ABFÄLLE ALS RESSOURCE

Für Abfälle aus der Landwirtschaft werden zunehmend neue Prozesse zur Weiter­verwendung entwickelt. So werden z.B. aus Abfällen, die bei der Olivenölproduktion anfallen, hochwertige ­Antioxidantien für die Verwendung in Kosmetika oder Lebens­mitteln hergestellt.

Foto: Adobe Stock

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